Identität
Paul Johannes Reichstatt wurde am 19.2.1914 in Waiblingen geboren. Er verstarb am 1.10.1987 um 5.00 Uhr in Stuttgart-Bad Cannstatt. Sein letzter Wohnort war Waiblingen, Seestraße 20.
Er war verheiratet mit Charlotte Johanna Reichstatt, geborene Schock. Die Eheschließung erfolgte am 9.12.1940 in Waiblingen.
Seine Eltern waren Gottlob Reichstatt und Anna Reichstatt, geborene Deutsch.
Militärischer Dienst
Paul Johannes Reichstatt war Angehöriger der deutschen Wehrmacht. Er diente im Gebirgsjäger-Regiment 13. Der zuletzt belegte Dienstgrad ist Feldwebel.
- Dezember 1941: Feldlazarett (mot.) 673, Behandlung wegen Erfrierungen beider Füße
- Dezember 1941 bis Januar 1942: Kriegslazarett 925
- Februar bis März 1942: Reservelazarett Landstuhl
- März bis Juli 1943: Reservelazarett Esslingen
- anschließend als garnisonsverwendungsfähig im Heimatdienst geführt
Kriegsgefangenschaft
Die Kriegsgefangenschaft begann am 8.5.1945 und endete mit der Entlassung am 5.5.1949. Die Heimkehr in das Bundesgebiet erfolgte am 10.5.1949.
Der Zeitraum der Kriegsgefangenschaft ist durch zeitgenössische Verwaltungsunterlagen, Archivmaterial sowie staatliche Entschädigungsakten eindeutig belegt.
Konkrete Lagerstationen sind dem privaten Quellenbestand des Forschenden bekannt, werden jedoch mangels öffentlich zitierfähiger Belege nicht einzeln ausgewiesen.
Nachkriegszeit
Nach der Heimkehr lebte Paul Johannes Reichstatt in Waiblingen. Er war beruflich als Maler tätig.
Ab dem 28.11.1949 war er Mitglied im Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermissten-Angehörigen Deutschlands. Im Jahr 1959 wurde ihm für zehnjährige Mitgliedschaft die silberne Jubiläumsnadel verliehen.
Staatliche Anerkennungen
Die Kriegsgefangenschaft wurde staatlich nach dem Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz anerkannt. Der anerkannte Zeitraum umfasst die Zeit vom 8.5.1945 bis 9.5.1949.
Mit Bescheid des Landratsamts Waiblingen vom 5.7.1956 wurde eine Entschädigung in Höhe von 1.020 DM festgestellt.
Quellenlage und Forschungsstand
Zentrale militärische Personalunterlagen wie Wehrpass oder Wehrstammbuch gelten als kriegsbedingt verloren. Der militärische Werdegang, Verwundungen, Lazarettaufenthalte sowie die Kriegsgefangenschaft lassen sich jedoch aus ergänzendem Wehrmachtsschriftgut, Archivunterlagen des Bundesarchivs, Auswertungen des DRK-Suchdienstes, staatlichen Entschädigungsakten sowie standesamtlichen und kommunalen Quellen weitgehend rekonstruieren.
Recherchen in weiteren Archivbeständen, unter anderem im Bundesarchiv-Militärarchiv und zu Spruchkammerunterlagen, blieben ohne personenbezogenen Befund. Diese Negativbefunde sind dokumentiert und Bestandteil des Forschungsstands.